
DS N°4: Premium neu definiert
Paris, grösste Metropolregion der EU und Heimat der Automarke DS, bietet die perfekte Bühne für den DS N°4. Zwischen Stilbewusstsein, Nationalstolz und kaufkräftiger Kundschaft gehören französische Premium-Autos hier zum Stadtbild. Der kompakte N°4 fügt sich mit seinen klaren Flächen, sorgfältig gesetzten Akzenten, beleuchtetem Logo und eleganten Felgen nahtlos ein. Selbst in schlichtem Weiss wirkt er extravagant, ohne aufdringlich zu sein. Natürlich ist Design Geschmackssache, doch DS gelingt es, besonders stilvolle und zugleich zeitlos wirkende Fahrzeuge zu gestalten.
Abseits von Paris werden DS-Modelle allerdings deutlich seltener. Dabei besetzt der kompakte Franzose eine nahezu einzigartige Position: Im gehobenen Kompaktsegment gibt es kaum Alternativen mit vergleichbarem Fokus auf Design und Materialqualität. Lexus und Genesis bieten hier kein entsprechendes Modell, während deutsche Hersteller zwar vertreten sind, ihr Premium-Anspruch jedoch häufig stärker auf Preislisten als auf das Interieur zutrifft.

Stylisch top, technisch flop
Im Innenraum zeigt der DS, was er unter Premium versteht. Hochwertiges Nappaleder, präzise Nähte, grosszügige Verkleidungen aus Leder, Alcantara und Aluminium sowie drei individuell gestaltete Interieurvarianten sorgen für ein besonderes Ambiente. Hinzu kommen eine sehr gute Verarbeitung, zahlreiche liebevolle Details und eine umfangreiche Ausstattung mit beheiz- und belüftbaren Massagesitzen, Lenkradheizung, Head-up-Display und echten Lenkradtasten. Damit ist der N°4 damit einer der wenigen Kompaktwagen, die das Prädikat Premium tatsächlich verdienen.
Kritik gibt es hingegen beim Platzangebot. Trotz 4,40 Metern Länge wird es im Fond schnell eng, sobald vorne normal grosse Erwachsene sitzen. Auch der Kofferraum fällt eher bescheiden aus. Noch deutlicher sind die Schwächen beim Infotainment: Die Reaktionszeiten wirken veraltet, die 360-Grad-Kamera startet oft verspätet und die Bedienung ist nicht immer intuitiv. Dass zudem eine Zurück-Taste fehlt und die Sprachsteuerung viele Anruf- und Navigationsbefehle nur unzureichend versteht, rundet den ansonsten positiven Gesamteindruck leider nicht gerade ab.

Komfort ist Trumpf
Fahrerisch besitzt der DS N°4 einen klaren USP: seinen aussergewöhnlichen Komfort. Während die meisten Kompaktwagen ausgewogen oder leicht sportlich abgestimmt sind, verfolgt DS konsequent die eigene Komfortphilosophie. Die Federung arbeitet angenehm weich, wodurch sich trotz kompakter Abmessungen ein Fahrgefühl einstellt, das man eher aus höheren Fahrzeugklassen kennt. Dank Doppelverglasung bleibt auch das Geräuschniveau erfreulich niedrig. Der Plug-in-Hybrid fügt sich nahtlos ins Gesamtbild ein und überzeugt mit ruhigem sowie effizientem Betrieb.
Zwar gibt es einen Sportmodus, doch auch dann bleibt der DS klar auf Komfort ausgelegt. Die stark unterstützte Lenkung und das fehlende Adaptivfahrwerk unterstreichen diesen Charakter. Das ist keineswegs ein Mangel, sondern Teil des Konzepts. Der N°4 liefert genau das, was er verspricht: maximalen Fahrkomfort. Wer ihn dagegen sportlich bewegen möchte, merkt schnell, dass weder Fahrwerk noch Antrieb diese Rolle besonders gerne übernehmen, selbst wenn die Systemleistung von 177 kW auf dem Papier beeindruckend wirkt.

Wer vor allem auf den Preis achtet oder eine nüchterne Lösung sucht, gehört ohnehin nicht zur Zielgruppe von DS. Die Kombination aus Komfort, hochwertigem Interieur und eigenständigem Design muss man schätzen und bezahlen wollen. Der umfangreich ausgestattete Testwagen kostet 61’500 Franken. Dennoch liegen viele deutsche Konkurrenten preislich noch höher, ohne beim Fahrkomfort oder der wahrgenommenen Qualität mithalten zu können.








